Highlights

Prächtiges Bureau Plat, Kimbel & Friederichsen

Berlin um 1900

Freistellbar. Drei Zargenschübe. Zwei seitliche, konvex gestaltete Türfächer mit Ablagen. Opulenter Bronzezierat unter anderem als vollplastische Girlanden ausgeführt sowie mit Putten und Löwenköpfen verziert. Aufwendige Marketerie in verschiedenen geometrischen wie floralen Mustern. Die Rauten erinnern stark an Möbel Jean-Henri-Rieseners.

Auf den Schubladenschlössern Herstellernachweis: „Kimbel & Friedrichsen Hoftischlermeister Berlin W. 57”.

Die seitlich erhabenen, ovalen Dächer der Seitenfächer sind mit einer Strahlenmarketerie um ein florales Medaillon verziert. Um den geprägten Lederbesatz verläuft ein Blütenfries. Ebenso aufwendig ausgeführte Marketerien auf den gebogenen Türen der seitlichen Türfächer, die von opulentem Bronzezierat eingefasst werden. Palisander, Mahagoni und andere Reste von Kolorierung. (80 x 180 x 80 cm)

Provenienz
Oskar Mulert, ehemals Präsident des deutschen Städtetags, war ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Zahlreiche seiner Sammlungsstücke wurden unter anderem in einer Stiftung dem Kunstgewerbemuseum Frankfurt übertragen. Der Schreibtisch befand sich seit den ca. 1920er Jahren in dessen Besitz. Wilhelm Kimbel stammte aus einer Mainzer Kunsttischlerfamilie, die kurz vor seiner Geburt nach Breslau zog. Er lernte unter anderem in Hamburg, Köln, Mainz und Berlin. In den Jahren von 1889 – 94 lebte und arbeitete er in Amerika. Anschließend arbeitete er als Architekt, Maler und Kunsthandwerker.

Seine große Leidenschaft galt vor allem der aufwendigen Marketerie und raffinierten Mechanik von Möbeln. 1897 gründete er in Berlin die Firma Kimbel & Friederichsen. Schnell avancierte er zum beliebtesten Möbelproduzenten der Berliner Oberschicht. Die hochwertige Qualität seiner Möbel sorgte dafür, dass er im Jahr 1908 den Titel des Hofkunsttischlers sowie eine kleine Goldmedaille auf der Berliner Kunstausstellung erhielt.

Vgl. Kreisel/Himmelheber, Die Kunst des deutschen Möbels, Klassizismus Historismus Jugendstil, S. 212, Abb. 939.

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